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Olier Mordrel

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Description

Breton nationalist Olier Mordrel, visiting Nazi Germany, describes the history of Brittany, French influence and power, and the Breton nationalism movement. He emphasizes connections between Brittany and Germany and outlines a plan for a successful nationalist movement.

Date

3-1-1941

Document Type

Report

City

Berlin

Keywords

Brittany, Bretons, Celts, Celtic culture, France, Germany, World War II, Nazism, Third Reich, Breton Nationalism, Romanization, Charles De Gaulle, Olier Mordrel, Stur, Exposition Internationale des Arts et Techniques dans la Vie Moderne, Paris, Catholicism, paganism, atheism, statism, nordic culture, nationalism, Brest, Lorient, free masonry, Marxism, Philippe Pétain, Franskiljons, SS, Alsace, Vichy France, Basque, Francisco Franco, Cardinal Richelieu, Jacques Bainville, Charles Maurras, Louis XIV

Disciplines

Celtic Studies | Cultural History | European History | European Languages and Societies | Linguistic Anthropology | Political History | Social and Cultural Anthropology

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Corresponds to:

Folder 04, Document 02

Language

German

Transcription

Bericht über die kulturelle Lage der Bretagne.

1.) Ohne Unterbrechung haben die Bretonen die keltische Tradition, die in der Geschichte bis zu der Epoche zurückgeht, in der Kelten und Germanen Völker mit fast gleichartiger Kultur waren, bewahrt.

In mancher Hinsicht und trotz einer sehr oberflächlichen Latinisierung bewahrten sie den gleichen rauhen (barbarischen) Charakter wie im Mittelalter, wobei zu bemerken ist, dass das bretonische Volk bis weit ins 19. Jahrhundert hinein sich dem Einfluss der westlichen Zivilisation entziehen konnte und seine ursprünglichen Sitten und Gebraüche auch pflegte. Im Gegensatz hierzu hat sich Frankreich stets als Träger einer zivilisatorischen Mission betrachtet, die es mit Fanatismus betrieb. Dies erklärt die systematische Feindschaft der von einem klassischen Universalismus besessenen Franzosen gegen den bretonischen Geist, dem sie ebenso wie dem deutschen Geist vorwerfen, sich an den "trüben" Quellen des Blutes zu nähren. So erklärt sich die Verwandtschaft zwischen Bretonen und Deutschen, die zwischen Franzosen und Deutschen nicht besteht.

2. ) Die Bretagne war bis zum 12. Jahrhundert ein keltisches Königstum. Ihre Durchdringung durch Frankreich hat folgende Etappen:

12. Jahrhundert: Romanisierung der herrschenden Adelsschicht, Romanisierung der bretonischen geistlichen Orden und Zerstörung der keltischen Handschriften durch französische Mönche, Assimilierung der östlichen Bretagne durch die französische Sprache, fortschreitende Durchdringung des keltischen Rechts durch das Feudalrecht. Ein bretonischer Staat entsteht auf keltischer Grundlage und mit halbfranzösischer Prägung.

16. Jahrhundert: beendete sprachliche Französierung der Gesamtheit der führenden Klassen; politische Vereinigung mit dem Königreich auf autonomer Grundlage.

18. Jahrhundert: Triumpf der französischen Kultur. Das Keltische flüchtet in die bäuerlichen Massen. Das Bürgertum gleicht sich dem Französischen an.

Revolution: Abschaffung der bretonischen Autonomie, die Bretagne wird dem französischen Regime einverleibt.

1890 allgemeine Schulpflicht. Die Französierung des Volkes beginnt mit Hilfe der allgemeinen Wehrpflicht, der Presse, der Eisenbahnen und schliesslich des Reiseverkehrs.

3.) Gegenwärtige Lage :
Der Kampf des französischen Systems gegen die nationale Kraft des bretonischen Volkes hat nicht mit einem Siege des ersteren geendet. Dem blutarmen Frankreich ist es nicht gelungen, die fruchtbare Bretagne zu assimilieren. Zwar hat es sie zum Teil vernichtet und sie aus ihrer Tradition herausgerissen, ihr Leben aber hat es jedoch nicht getroffen. Das bretonische Volk ist ein Volk ohne nationalen Rahmen und ohne Bildung, über sich selbst und seine Vergangenheit weiss es fast nichts. Es ist schüchtern (furchtsam) und resigniert geworden. Man hat seine Arbeitskraft missbraucht und seine Söhne zu Landsknechten gemacht. Trotzdem besteht es; sein tiefer Patriotismus und sein Rassebewusstsein leben fort und es besinnt sich unwiderstehlich seiner selbst und seines Schicksals.

4.) Die Phasen des bretonischen Erwachens.
1821 erscheint die erste wissenschaftliche bretonische Grammatik.
1839: Veröffentlichung der ersten Sammlung nationaler Gesänge.
1887: Veröffentlichung der ersten Sammlung über Volkskunde (Folklore).
1897: Gründung der ersten Zeitung in bretonischer Sprache.
1898: Gründung des ersten bretonischen Aktionskomitees.
1900: Wiederaufkommen der bäuerlichen Trachten.
1905: erste Versuche zur Schaffung einer bretonischen Architektur.
1911: erste Arbeiten, die keltische Antike dem Volke nahezubringen.
1912: erste Kundgebung des politischen Separatismus.
1913: erste Kampfzeitschrift für eine nationale Kultur.
1919: Zusammenfassung der aktivistischen Jugend.
1920: die ersten landwirtschaftlichen Syndikate (Bauernbund).
1925: Erscheinen der ersten modernen literarischen Zeitschrift in bretonischer Sprache.
1927: der erste bretonische Nationalistenkongress.
1932: erstes Dynamit-Attentat.
1933: erste Wahlkampagne .
1935: Erscheinen der Zeitschrift "Stur"; deutschbretonische kulturelle Solidaritäts-Kundgebung.
1937: bretonischer Pavillon auf der Pariser Weltausstellung.
1938: Beginn der französischen Unterdrückung durch die Polizei.

5.) Die bretonische Bewegung. Jung ist sie und noch wenig organisiert, aber bemerkenswert in der Raschheit ihres Anwachsens. Hierfür zwei Beispiele: die Zahl der Leser der nationalistischen Presse wächst in zwei Jahren – 1939/40 – von 10000 auf 100000. Die bretonische Sprache, 1925 noch eine verachtete Mundart, ist 15 Jahre später als Kultursprache anerkannt, in der wissenschaftliche Bücher veröffentlicht werden, und die von einer Elite von Menschen wieder gesprochen wird. Zwar sind die Anhänger des bretonischen Nationalismus noch eine Minderheit, aber sie wird immer grösser, bestimmter und besser gerüstet. Alle Gesellschaftsschichten, insbesondere das intellektuelle Kleinbürgertum, der Kleinhandel und ein Teil des Bauerntums, einschliesslich vieler Landgeistlicher gehören heute zu ihr.

Feindlich eingestellt sind dagegen: das grosskapitalistische Bürgertum, der hohe Adel, die Militär-, Beamten- und Universitätskreise (zu 2/3 rein französisch orientiert) sowie die hohe Geistlichkeit.

In der breiten Masse sind die Bauern, die 70% der Bevölkerung ausmachen, passiv wohlwellend.

Allgemein gesehen, hält Frankreich noch die Stellung, aber es hat seine Autorität und sein Prestige der Masse und der intellektuellen Elite gegenüber verloren. Was dagegen die bretonische Bewegung anbetrifft, ist sie „auf dem Marsch“.

Niemand wird sie aufhalten können. Vielleicht wird sie mehr oder weniger lange Zeit benötigen, um ihr Ziel zu erreichen, aber sie wird es erreichen.

6.) Das bretonische Volk wird gekennzeichnet durch seine Anhänglichkeit an die Bande des Blutes. Es ist das Blut, der Geist der Sippe (clan), die die Bretagne ausmachen und nicht die Sprache, die Kultur oder das Nationalgefühl. Verbunden damit sind die Liebe zur Erde, das physische und metaphysische Gefühl der Einheit mit den Naturkräften. Wenig Eignung hat der Bretone zum Handeltreiben, zum Verdienen, schlechthin zur Organisation, aber er besitzt eine ausgesprochene Neigung für das militärische und religiöse Leben. Ganz verausgabt er sich nur im Dienste eines Ideals. Seine religiöse Tradition zeigt sich vorwiegend in der Pflege des Heldenkults und der Achtung vor Naturkräften, was sich heute noch trotz der Übertünchung durch die Kirche in den Volksgebräuchen zeigt. Selten ist der Bretone kirchlich, aber er ist leicht revolutionär; er ist ein Mann des Glaubens. Es gibt Dörfer, in denen alle Männer zur Messe gehen und dabei rot wählen.

7.) Im Zuge der Wiedererrichtung der keltischen Kultur ist unter der nationalistischen Jugend ein leidenschaftliches Interesse für die nordische Welt, die Lehre von der Rasse und das deutsche Heidentum aufgelebt. Die Keltische Religion hat bereits ihre Anhänger und ist auf der Suche nach arteigenen Riten. In den bretonischen heidnischen Kreisen betrachtet man das Keltentum und das Germanentum als zwei verschiedene Ausdrucksformen der Kulturwelt des Nordens. Es wurde statistisch festgestellt, dass auf 10 der mankantesten Führer der jungen Generation 7 Heiden, 2 Katholiken und 1 Atheist kommen. Die heidnischen Kreise vermeiden jedoch jede Propaganda, da sie mit dem Einfluss der Kirche auf die Masse rechnen müssen. Besonders vorsichtig ist ihr Organ „Stur“. Trotzdem ist zu beachten, dass die Bretagne ausser Deutschland das einzige Land ist, in welchem ein der deutschen Glaubensbewegung ähnliches Phaenomen in Erscheinung tritt.

8.) Zusammenfassend ist festzustellen, dass in der Bretagne 3 mystische Richtungen vorherrschen: Die aus der doppelten Quelle des Volkslebens und der keltischen Vergangenheit genährte bretonische Mystik und die in dem Heidentum der fortgeschrittenen Elemente ihren radikalen Ausdruck findet. Die katholische Mystik, die von oben aus sich durch die kirchlichen Organisationen betätigt. Die französische Mystik, die sich auf die aus Paris gekommene Staatstradition, die Sprache und die Kultur stützt. Letztere ist am wenigsten homogen: gestern stellte sie hauptsächlich das demokratische Ideal, heute die soziale Reaktion heraus und versucht, sich mit der katholischen Mystik gegen Deutschland zu vereinen.

9.) Deutschland gegenüber bestehen hauptsächlich 3 Richtungen:
1.) Die infolge ihrer Grundsätze wohlwellende Richtung ist die der bretonischen Nationalisten, die jedoch enttäuscht und entmutigt wurden.
2.) Die feindliche Richtung der hohen Geistlichkeit, die in dem Nationalismus eine Gefahr für ihre Privilegien sieht.
3.) Die Gruppe der militärischen Kreise (Brest, Lorient), die an Revanche denkt, und der Beamten, die alle freimaurerischen und marxistischen Kräfte umfasst. Diese drei Gruppen bilden die „Clique De-Gaulle“ und haben augenblicklich 90% der führenden Posten im Lande inne. Der Rest der Bevölkerung verhält sich abwartend.

10.) Das ehemalige Frankreich ist in der Bretagne intakt geblieben. Das antivölkische Regierungs- und Erziehungssystem wurde durch die autoritäre Zentralisation von Pétain noch verstärkt. Die bretonische Sprache bleibt in den Schulen und im Verwaltungsleben verboten. Das Volk hat gar keinen Anteil an der öffentlichen Verwaltung, die in den Händen Fremder liegt. Die geistigen und intellektuellen Führer, Anhänger De Gaulles, sind an ihren Stellen belassen worden. Die guten Bretonen werden boykottiert, ohne dass Deutschland dagegen einschreitet.

11.) Kein Versuch einer kulturellen bretonischen Erneuerung kann unternommen werden, ohne diesen Tatsachen Rechnung zu tragen. Es ist jedem klar, dass, im Falle die Bretagne unter dem französischen Joch bleibt, die bretonische Sprache unterdrückt und die Politik der Entnationalisierung der Rasse weiter verfolgt werden wird. Solange das bretonische Volk in den Händen der „Clique“ bleiben wird, werden die Befreiungs- und Wiederaufrichtungsversuche jederzeit unübersteigbaren Hindernissen begegnen. Es ist nicht zu erhoffen, wenn man nicht auf diese oder jene Weise die Clique und das System der Zerstörer des bretonischen Volkes ausschaltet.

12.) Das Wiederaufrichtungsprogramm würde erfordern:
1.) Die Ausschaltung der führenden Klasse der „Franskiljons“ und die Übergabe der führenden Posten an Bretonen.
2.) Die Wiedereinsetzung der Sprache durch eine grundlegende Reform des Schulsystems.
3.) Die Einführung eines neuen Systems der Erziehung des Volkes, begründet auf dem Gedanken der Rasse und der Volksgemeinschaft, das die Begriffe von Staat, Führerprinzip, Disziplin wieder einführt und den lateinischen Einfluss auschaltet.
4.) Die Schaffung eines fanatischen Elitekorps nach dem Muster der SS und das die gleiche Rolle zu spielen hätte.
Dies alles wäre natürlich viel einfacher zu verwirklichen, wenn die Bretagne der Autorität von Vichy während der Dauer der Umwandlung entzogen wäre, wie dies beim Elsass der Fall ist.

13.) Eine der Grundlagen der bretonischen Wiederaufrichtung ist das Studium über den Ursprung des Volkes und seines Lebens: Vorgeschichte, Volkskunde, Volkskunst, Rassenkunde, etc. Nichts Ernsthaftes ist in diesem Sinne seitens der Franzosen erlaubt oder getan worden. Natürlich begeistern sich die Bretonen für diese Studien und man würde jede wünschenswerte Hilfe finden, wenn man sie ermutigen würde.

14.) Sollte die Bretagne endgültig den Franzosen überlassen werden so ist mit einer unbarmherzigen Unterdrückung zu rechnen, ähnlich wie dies im Baskenlande nach der Rückkehr von Franco der Fall war. Die Franzosen würden die bretonische Befahr ein für alle Mal beseitigen. Wem würde das zum Vorteil gereichen? Den ewigen Feinden des Germanentums: der römischen Kirche, dem imperialistischen Chauvinismus von Richelieu bis Bainville, der klassischen Kultur eines Maurras. Das kleine bretonische Volk, Hüter einer der ursprünglichsten nordischen Traditionen würde zugunsten der vermoderten Kräfte der westlichen Welt geopfert werden.

15.) Für uns stellt sich das Problem so dar: Wie kann dies verhindert werden? Wie kann man dem bretonischen Volk eine Chance erhalten? Wie die bretonische Basis erhalten? Denn die Bretagne kann zweifellos ein ausgezeichnetes Element des Wiederaufbaues im Westen werden: vielleicht ist sie das einzige lebendige und sympathische Element, das dort zu finden ist.

16.) Wie auch immer die Entwicklung der Ereignisse sein mag, wird Deutschland immer daran interessiert sein, Frankreich geteilt und nicht geeint zu wissen. Die deutsche Kultur wird ihren Vorteil in der der deutschen Kultur verbundenen keltischen Wiedergeburt der Bretagne finden und nicht in einer Verstärkung der Vorherrschaft der Zivilisationskräfte des Südens über den Norden der Loire. Die Tradition eines Ludwig XIV. muss zerschlagen werden, statt sie zu ermutigen.

17.) Wenn deutsche Beobachter in der Bretagne reisen, dürfen sie niemals vergessen, dass die Bretagne der Macht der Könige von Frankreich seit über 400 Jahren unterworfen ist und ihr vor mehr als 150 Jahren angegliedert wurde. Daraus ergibt sich gezwungenermassen ein gewisser französischer Anstrich, der jedoch nicht täuschen darf. Die Bretagne enthüllt sich nicht ohne weiteres. Es gehört Zeit dazu, um in ihre Natur und in ihre Seele einzudringen. Wie alle unterdrückten Völker verbirgt sie ihr wahres Antlitz. Im Juni 1940 war die gewaltige Mehrheit der Bretonen bereit, sich dem Separatismus zu verschreiben. Die Gelegenheit schuf das Vertrauen. Nachdem das Vertrauen geschwunden ist, sind es die Kreise der „Franskiljons“, die in den Vordergrund getreten sind. Aber das wahre bretonische Volk, stahlhart, erhebt sich unwiderstehlich und es wird seine Stunde abwarten, so lange es nötig sein wird.

Le.
Berlin, 1. März 1941.

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