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Olier Mordrel

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Description

Written after Olier Mordrel left France to stay in Germany, this document offers a summary of Olier Mordrel's history and credentials with a focus on his work as a Breton nationalist leader and publisher of the journal "Stur". Opportunities for collaboration are listed, along with practical issues related to Mordrel's stay in Germany and reports to be completed by Mordrel. The document concludes with a political note stating that Mordrel should be free to return to Britanny if he felt the situation required it and a reprimand stating that his removal from Brittany had negative effects on German-Breton relations and the Breton nationalist movement.

Date

2-2-1941

Document Type

Report

City

Berlin

Keywords

Olier Mordrel, Breton nationalism, Brittany, Paris, Stur, Breiz Atao, Hermann Wirth, Oswald Spengler, Friedrich Nietzsche, L'Heure Bretonne, Célestin Lainé, Allbrogat, A. Calvez, Roger Hervé, Glémarec, paganism, Nordic culture, Celts, Celtic culture, World War II, Bonn, Berlin, Nazi Germany, Third Reich, nationalism, separatist movements

Disciplines

Celtic Studies | Cultural History | European History | European Languages and Societies | Linguistic Anthropology | Political History | Social and Cultural Anthropology

Comments

The "Report on the cultural situation of Brittany" is likely one of the reports to be completed by Mordrel mentioned in this document.

See additional documents for French language version.

Corresponds to:

Folder 04, Document 04

Language

German

Transcription

Übersetzung

Vorschläge

Zusammenfassung

M. Mordrel ist bretonischer und französischer Schriftsteller, er besitzt gewisse Kenntnisse des Deutschen und Englischen. Als Architekt ist er aus der "Schule der Schönen Künste" in Paris hervorgegangen.

Seine Rolle in der Bretagne lässt sich wie folgt zusammenfassen:
Haupttriebfeder und Doktrinär der nationalen bretonischen Bewegung seit 1920; Direktor der "Breiz Atao" seit 1922; Gründer und Direktor der Zeitschrift "Stur" im Jahre 1936.

Seit 1935 hat M. Mordrel im "Breiz Atao" in der Bretagne die Initiative einer Geistesbewegung zugunsten der rassischen und nordischen Studien, sowie des Nationalisozialismus ergriffen. (campagne "Saga"). Seine Zeitschrift "Stur" liess es sich hauptsächlich angelegen sein, Arbeiten von Hermann Wirth, O.Spengler und Nietzsche zu bringen. Sie verfügte über einen wertvollen Mitarbeiterkreis, darunter Allbrogat, Calvez, Glémarec, die sämtlich zur deutschen Kultur hinneigten.

In der Zeitschrift "Stur" wurden die Theorien des bretonischen Rassegedankens, der kelto-germanischen Verbrüderung in einer erweiterten Vorstellung des Nordischen und des keltischen Heidentums ausgetragen.

Die Zeitschrift "Stur" hat dazu beigetragen, die ersten Elemente für die Basis einer bretonisch-kulturellen Renaissance zusammenzubringen, (wort- und sprachkundliche Studien, Bibliographie der bretonischen Volkskunde).

M. Mordrel wurde von den Franzosen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt mit der Begründung, dass er eine Campagne gegen "den Krieg für die Tschechen" unternommen habe. Zum Tode wurde er verurteilt, weil er im Laufe des gegenwärtigen Krieges gegen Frankreich Stellung genommen habe.

Als er im Dezember 1940 die Bretagne verliess, war er der Führer der nationalen bretonischen Partei und Direktor der Zeitung "L'Heure Bretonne."

Betätigungsmöglichkeiten

1.) Hilfeleistung und Beratung, eventuell Begleitung und Führung, deutscher Persönlichkeiten, die sich in die Bretagne begeben.

2.) Eine Verbindung zwischen der deutschen Wissenschaft und den interessierten bretonischen Kreisen (der Öffentlichkeit sowohl wie den Fachmännern) herstellen.

3.) In der Bretagne selbst verstreute Fachmänner in Gruppen zusammenfassen und Anstoss geben zur Gründung einer aktiven wissenschaftlichen Zeitschrift.

4.) Beauftragt werden zur Darstellung und zum rassischen Studium der Bretagne, das bisher niemals ernstlich betrieben wurden, unter wünschenswerter deutscher Mitarbeit.

5.) In Bonn einen kleinen bretonischen Studienmittelpunkt gründen mit dem doppelten Zweck:
a) einen Interessentenkreis in Deutschland zu schaffen,
b) Fachleute von dort aus regelmässig nach Deutschland kommen zu lassen, ebenso bretonische Studenten zum Zwecke ihrer Ausbildung.

Praktische Durchführung

1.) M. Mordrel wird noch weiterhin einige Monate in Berlin wohnen, während welcher Zeit seine Familie in der Bretagne bleibt, bis sich die Lage in Bonn geklärt hat. Die Familie wird genügend Mittel für ihren Unterhalt (Existenz) erhalten.

2.) M. Mordrel wird sofort einen deutschen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin suchen, die ihm als Sekretärin dient und die deutschen Texte für seine Arbeiten macht und seine Briefe schreibt.

3.) Ferner ist ein bretonischer Sekretär notwendig, schon um den Geschäftsbetrieb während der Abwesenheit des M. Mordrel aufrechtzuerhalten.

4.) Frage der Räumlichkeiten und der Mittel.

5.) Frage der Postverbindung mit dem bestezten Gebiet.

Umgehend notwendige Arbeiten

M. Mordrel schlägt vor, ohne Verzug anzufertigen:

1.) Einen Gesamtbericht über die bretonische Frage und die Möglichkeiten, insbesondere vom kulturellen Gesichtspunkte aus gesehen. Dieser Bericht kann in einer Frist von 8 Tagen erstattet werden.

2.) Einen Bericht über die augenblickliche Lage in der Bretagne, insbesondere über den Stand der bretonischen Bewegung in allen ihren Zweigen. Dieser Bericht erfordert eine Reise in die Bretagne, die 10 bis 15 Tage dauern würde.

3.) Einen Bericht über den Stand der Forschungen betreffend den nationalen Urpsrung, über das, was existiert, und die möglichen Mitwirkungen. Die Grundlagen zu diesem Bericht können im Laufe der vorgesehenen Reise gesammelt werden oder bei einer zweiten Reise.

Politischer Gesichtspunkt

M. Mordrel hat bei seinem Kommen nach Deutschland zur Bedingung gemacht, dass er unter keinen Umständen darauf verzichtet, eine politische Rolle in der Bretagne zu spielen und dass er sich vorbehält, in seine Heimat zurückzukehren, wenn er seine Anwesenheit dort für notwendig hält.

Damit M. Mordrel seine Rolle, die er in der Bretagne gespielt hat, und seinen Einfluss, den er noch ausüben kann, nicht verliert, ist es notwendig, dass er seine Stellung und seine Handlungsfreiheit behält. Das ist nur möglich, wenn er auch weiterhin in der Bretagne erscheint und wenn die deutschen Stellen ihm gewisse Rücksichtnahme gewähren.

M. Mordrel bittet, davon Kenntnis zu nehmen, dass die sehr unhöfliche Art, in der ihm eingeschärft wurde, das Land zu verlassen, ausserordentlich nachteilig auf den deutschen Einfluss gewirkt habe, und dass seit seinem Fortgang die unsicheren Elemente einen überwiegenden (entscheidenden) Einfluss auf die bretonische Bewegung gewonnen haben.

Berlin, den 2. Februar 1941
gez.: Unterschrift
Le.

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